Bulimie: Therapie bei Essstörungen unumgänglich

Von der Ess-Brech-Sucht Betroffene verschlingen anfallsweise große Mengen an kalorienreicher Nahrung und führen anschließend Erbrechen herbei. Eine Bulimie-Therapie kann sowohl ambulant als auch stationär erfolgen.

Die Ursachen für diese Krankheit sind nach wie vor nicht eindeutig geklärt; diesbezüglich im Gespräch sind neben neurologischen und genetischen auch soziokulturelle Aspekte sowie Störungen bei der Identitätsfindung. Betroffene leiden häufig unter einer gestörten Körperwahrnehmung: Trotz Normal- oder gar Untergewichts empfinden sie sich als zu dick. Im Rahmen von Diäten setzen Heißhungergefühle ein, denen in Form von sogenannten "Fressattacken" nachgegeben wird – ein übermäßig schlechtes Gewissen ist die Folge. Um zu verhindern, dass der Körper die aufgenommene Nahrung (teilweise werden bei solchen Anfällen bis zu 10.000 Kalorien aufgenommen) verdaut und es damit zu einer Gewichtszunahme kommt, wird künstlich Erbrechen herbeigeführt. Beschäftigen sich Patienten ausschließlich mit dem Thema Essen bzw. Nicht-Essen und sind mindestens zwei Essanfälle pro Woche die Regel, spricht man vom Krankheitsbild der Bulimie.

Es handelt sich also um eine Suchtkrankheit, die ähnlich schwierig zu behandeln ist wie Drogen- oder Alkoholmissbrauch. Für eine effektive Bulimie-Therapie ist es zunächst unverzichtbar, dass die/der Betroffene das eigene Verhalten als eine Krankheit anerkennt. Darüber hinaus muss sie bzw. er Hilfe annehmen und selbst die Initiative ergreifen wollen, um seelisch wie auch körperlich zu gesunden.

Je nach dem Schweregrad der Erkrankung und der persönlichen Situation des Betroffenen erfolgt die Therapie ambulant, das heißt bei einem niedergelassenen Psychotherapeuten oder stationär in einer Fachklinik. Bei beiden Varianten erfolgt zunächst die Anamnese, bei der unter anderem nach individuellen Ursachen für das Entstehen der Erkrankung gesucht wird. In der nun folgenden Psychotherapie erlernen Betroffene neben dem Wahrnehmen und Äußern eigener Gefühle auch den Umgang mit Krisensituationen. Besonders im Rahmen einer Verhaltenstherapie werden alternative Verhaltensweisen ermittelt, über die Stress abgebaut und Zufriedenheit erreicht werden kann. Begleitend zur Bulimie-Therapie wird den Patienten häufig eine Ernährungsberatung angeboten: Hier erlernen sie ein neues Essverhalten und arbeiten an ihrer Genussfähigkeit.